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Den Wald kontinuierlich im Blick
Umweltmonitoring und Standortskunde als Grundlage für den Schutz unserer Wälder.
So schaffen wir gemeinsam die Basis für gesunde, zukunftsfähige Wälder:
- Der Waldschutzmeldedienst hilft, Schäden am Wald frühzeitig zu erkennen. Dazu führen wir flächendeckende Überwachungsmaßnahmen durch. So lassen sich Risiken und Gefährdungen für unsere Wälder besser einschätzen und gezielt Gegenmaßnahmen einleiten.
- Das forstliche Umweltmonitoring begleitet die Entwicklung der Wälder Thüringens aufmerksam – mit detaillierten Messungen an festen Stationen und stichprobenartigen Erhebungen im gesamten Landesgebiet.
- Die Standortskunde liefert dabei wertvolle Grundlagen: Ihre Daten sind unverzichtbar für zahlreiche forst- und naturschutzfachliche Planungen – sei es bei Baumartenempfehlungen, der Waldbiotopkartierung oder dem Waldumbau.

ThüringenForst-AöR
Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum
(FFK Gotha)
Jägerstraße 1
99867 Gotha
Telefon 03621 2250
E-Mail senden
Anett Wenzel
Referatsleitung
Telefon 03621 225 410
E-Mail an Anett Wenzel
Unsere Tätigkeitsfelder
- Diagnose biotischer /abiotischer Schadfaktoren
- Waldschutzmeldedienst
- Überwachung und Prognose von Waldschäden
- Waldzustandserhebung
- Bodenzustandserhebung
- Bodenmonitoring
- Unterhaltung & Datenmanagement Messstationen
- Standortskartierung
- Standortsinformationssystem
- Bodendenkmäler / Bodendenkmalpflege
- Umsetzung von Forschungsvorhaben
- Forstliche Ausbildung
- Mitarbeit in Fachgremien
Laufende Forschungsprojekte
- Walddoktor - Entwicklung eines KI-gestützten Waldschadenmonitorings (FKZ: 03WIR3605C, Laufzeit: 2024–2026)
- Stoffbilanz - Harmonisierte Bilanzierung des Nährstoffhaushaltes auf Intensivmessflächen des Forstlichen Umweltmonitorings (FKZ: TI-WO-23-WO-2024-2802, Laufzeit: 2024–2027)
- KI-Soil - Künstliche Intelligenz in der forstlichen Standortskartierung, Teilvorhaben 3: Entwicklung von Verfahren für die minimalinvasive Beprobung mittels sensorbasierter Bohrkern-Analyse (FKZ: 2224NR083D, Laufzeit 2025-2027)
Umweltmonitoring
Fundament für die Waldgesundheit
Waldzustandserhebung
Die Waldzustandserhebung (WZE) erfasst jährlich den „Gesundheitszustand“ der Thüringer Wälder. Wichtigster Indikator ist der Kronenzustand der Bäume, der u. a. anhand von Verfärbungen, Fruchtbildung und dem Verlust von Blatt- bzw. Nadelmasse bewertet wird. Die Ergebnisse fließen in den Thüringer Waldzustandsbericht, den Bundesbericht sowie europaweite Auswertungen ein.
Seit 1991 erfolgt die Erhebung auf einem systematischen 4 × 4 km-Stichprobenraster mit 1.014 Punkten. An den 355 Punkten im Wald werden jährlich Daten von je 24 Probebäumen aufgenommen. Die Kronenverlichtung dient zur Einteilung in drei Vitalitätsstufen (gesund bis stark geschädigt). Zusätzlich wird erfasst, wie viele Bäume im Vergleich zum Vorjahr ausgefallen sind – daraus ergibt sich die jährliche Ausfallrate.
Die Planung übernimmt das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK Gotha), die Erhebungen führen die 24 Forstämter der Landesforstverwaltung durch. Alle Beteiligten werden vorab durch das FFK Gotha intensiv geschult.
Bodenzustandserhebung
Etwa alle 15 Jahre findet an jedem vierten WZE-Stichprobenpunkt (8 × 8 km-Raster) eine landesweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE) statt. Nach 1992/93 und 2005/06 wurden 2023 die Außenaufnahmen der dritten Erhebung (BZE III) abgeschlossen.
An 100 Standorten in Thüringen werden nach bundeseinheitlicher Methodik die organische Auflage und der Mineralboden untersucht. Dafür werden rund um einen zentralen Punkt acht Proben genommen, zu einer Mischprobe vereint und analysiert. Eine Profilgrube liefert zusätzliche Informationen zur Bodenentwicklung.
Erfasst werden Daten zu Nährstoffvorräten, Versauerung, Wasserspeicherung, zur Bodenvegetation, Baumverjüngung sowie zur Ernährung von Blättern und Nadeln. Ziel ist es, Veränderungen im Boden zu erkennen und die Funktionen des Waldbodens – etwa als Wasserspeicher und Filter – zu bewerten.
Intensivmonitoring
Seit 1991 wurden in größeren Waldgebieten Thüringens 15 Messstationen eingerichtet, um die Auswirkungen von Umweltfaktoren wie Luftschadstoffen, Klimaveränderungen oder Schadinsekten auf Wälder und Böden zu erfassen. Ziel ist es, Zusammenhänge in Waldökosystemen besser zu verstehen, Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus praxisnahe Empfehlungen für Politik und Forstwirtschaft abzuleiten.
Jede Messstation besteht aus zwei Flächen: einer im Waldbestand, wo u. a. Kronenzustand, Baumwachstum und Bodenfeuchte gemessen werden, und einer im Freiland, auf der meteorologische Daten erfasst werden. An Waldmessstationen (WMS) sind das vor allem Niederschlagsmenge und -qualität. Hauptmessstationen (HMS) wie Großer Eisenberg, Possen und Holzland liefern zusätzlich Daten zu Wind, Strahlung und weiteren Wetterparametern in hoher zeitlicher Auflösung.
Die Daten dieser Stationen und sowie der WMS Steiger und Lehesten werden jährlich an das IPC-Forests Umweltmonitoringprogramm übermittelt und fließen so in nationale und internationale Auswertungen ein – auch durch die enge Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN).
Waldschutz
Forstschädlinge im Fokus
Überwachung & Prognose
Die Überwachung und Prognose von Waldschäden ist entscheidend, um Gefahren wie Schädlinge, Trockenheit oder Sturmschäden frühzeitig zu erkennen.
Durch moderne Monitoringverfahren, Boden- und Klimadaten sowie Fernerkundung können Risiken zuverlässig eingeschätzt werden. So lassen sich Maßnahmen rechtzeitig planen und Wälder langfristig stabil und widerstandsfähig entwickeln.
Waldschutzmeldedienst
Um unsere Wälder gesund zu erhalten, werden forstlich wichtige Insekten, Pilzerkrankungen, Mäuse, Wild sowie abiotische Schäden regelmäßig überwacht. Der Waldschutzmeldedienst erfasst flächendeckend alle Waldbesitzformen und liefert aktuelle Daten zur Schadlage.
In mehreren Meldeperioden pro Jahr sammeln die Forstreviere Informationen, die von der Hauptstelle für Waldschutz in Gotha ausgewertet und den Forstdienststellen bereitgestellt werden. So können Waldbesitzer rechtzeitig reagieren.
Für besonders gefährliche Insekten gibt es spezielle, teils traditionelle Überwachungsverfahren – ergänzt durch moderne Methoden wie Pheromonfallen. Auch Schädlingsdichte und Parasitierungsraten werden dabei erfasst.
Standortskunde
Erfassung dauerhafter Standortsfaktoren
Standortskartierung
Die Standortskartierung ist ein zweistufiges Verfahren: Zuerst werden die Umweltbedingungen mit Hilfe eines Baukastensystems (Standortsform) sowie Vegetationsaufnahmen erfasst. Anschließend werden ähnliche Standortmerkmale zu sogenannten Standortseinheiten zusammengeführt. Diese bilden die Basis für moderne Standortkarten und viele praktische Anwendungen – etwa Baumartenvorschläge, Kalkungsbedarf, Erosionsschutz oder die Einschätzung von Trockenstress.
Die naturräumliche Gliederung erfolgt in forstlich-ökologische Wuchseinheiten:
- Wuchsgebiete,
- Wuchsbezirke und
- Teilwuchsbezirke.
In den vergangenen Jahrzehnten wurde ein Großteil der bewaldeten Landesfläche Thüringens nach einem einheitlichen Verfahren kartiert. Die Ergebnisse – über 900 Standortskarten und mehr als 100 Erläuterungsbände – decken heute rund 90 Prozent der Waldfläche ab und bilden das Fundament für alle aktuellen Auswertungen.
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Bodendenkmalpflege
Der Wald ist nicht nur Naturraum, sondern auch ein wertvoller Träger unserer Kulturgeschichte. Viele geschützte Bodendenkmäler – wie keltische Ringwälle, Grabhügel oder mittelalterliche Wallanlagen – liegen verborgen zwischen Bäumen.
Um dieses Erbe zu bewahren, wird das Thema bereits in der Ausbildung am FFK Gotha behandelt. Ergänzend dazu bietet ThüringenForst jährlich den Lehrgang „Forstwirtschaft und Bodendenkmalpflege“ an – gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA).
Dabei geht es darum, Bodendenkmäler im Wald zu erkennen und Wege für eine behutsame Bewirtschaftung zu finden. TIPP: Broschüre Forstwirtschaft und Bodendenkmalpflege (PDF)
Berichte & Erhebungen für Thüringen
Erfahren Sie mehr über den Zustand unserer Wälder:
Karten forstliches Umweltmonitoring
Waldmessstationen
Bodenzustandserhebung
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